© Nina Leona Schwarz

Ein Tag in Klosterneuburg

Eingebettet in hügelige Weinberge mit Blick auf das Stift Klosterneuburg, inmitten des Wienerwaldes und Donau-Auen, liegt die wunderbare Babenbergerstadt Klosterneuburg. Als Naturparadies und Kultur Hotspot ist Klosterneuburg ein idealer Urlaubsort und abwechslungsreiches Tagesausflugsziel für Gäste aller Altersgruppen.

Wem das touristische Standard-Programm nicht so anspricht und Klosterneuburg lieber von einer ganz besonderen Seite auf eigene Faust kennenlernen möchte, werden die folgenden Tipps sicherlich ein guter Ausgangspunkt sein.

Vormittag

BRUNCH IM HEINI´S LADEN-LOKAL

Ganz nach dem Motto „Back to the Roots“ ist Heini´s Laden Lokal in Kritzendorf ein Paradies für all jene, die Regionalität und Authentizität großschreiben. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, wenn einem die Fülle an Produkten aus der unmittelbaren Umgebung bewusst wird. Über 600 lokale Produkte aus dem Umkreis von maximal 20 km kann man in der Wochenendgreisslerei probieren und studieren. Auch die echten Frühstücks-Fans unter uns kommen voll auf ihre Kosten: Neben Eierspeisvariationen, belegten Broten, selbstgemachten Kuchen und diversen Kaffeespezialitäten kann man sich aus der Produktpalette des Laden-Lokals sein perfektes veganes, vegetarisches oder animalisches Frühstück zusammenstellen. Leckeres Soulfood gibt´s dort auch zu Mittag – von köstlichen Schöpfgerichten, Wildlaberl mit Leberkäse von der Klosterneuburger Wildsau bis hin zu Handsemmerl mit Rinderherzpastrami, findet man bestimmt die eine oder andere regionale Gaumenfreude.

© Heini´s Laden-Lokal

KUNST BEIM BAHNHOFSGARTEN

Gestärkt und nur wenige Gehminuten entfernt findet man am Bahnhof Kritzendorf gleich zwei Juwelen: einen ganz besonderen Bahnhofsgarten und Klosterneuburgs kleinste Kunstgalerie! Der zauberhafte Blumen- und Kräutergarten auf Bahnsteig 2 wird von zwei noch viel zauberhafteren Kritzendorfer Originalen, Edith und Augustine, mit viel Liebe gehegt und gepflegt. Zwischen hohen Blumenranken, duftenden Kräutern und summenden Bienen, findet man an einem Bahnhof, wo man Entspannung nicht vermutet, plötzlich tiefe innere Ruhe. Gegenüber ist eine alte Lampisterie. Wo früher noch demontierbare Lampen der Lokomotiven aufbewahrt wurden, befindet sich heute eine Ein-Bild-Galerie, die jeden Monat einen/e anderen/e KünstlerIn vorstellt. So kann man beispielsweise im August das Bild „Lampistera“ der Digital-Künstlerin und Musikerin Margit Schmidt bewundern.

© Nina Leona Schwarz

nachmittag

EIN INSPIRIERENDER MUSEUMSBESUCH

Am Rande des Wienerwaldes, auf einem sonnigen Hügel in Maria Gugging, kommt man im Museum und Galerie Gugging in den Genuss von spontaner, unbeeinflusster Kunst – L’Art Brut! Als Wohnort, Ausstellungshaus und Atelier für die Gugginger Künstler spürt man bereits beim Betreten des Areals die künstlerische Atmosphäre, die einen selbst zum kreativen Schaffen anregt. Die sonnige Terrasse des Café Bistro am Campus, direkt vor dem Museum, eignet sich hervorragend bei einem Erfrischungsgetränk die Stimmung erstmal auf sich wirken zu lassen.

Nach dem Ticketkauf im Shop, geht’s hinauf ins Museum im ersten Stock, wo man Kunstwerke weltbekannter Art Brut Künstler wie beispielsweise Johann Hauser, August Walla und Oswald Tschirtner bestaunen kann. Mit Ihrer Leuchtkraft und Farbbrillanz springen einem vor allem die Exponate der aktuellen Ausstellung „naiv.? naive kunst aus der sammlung infeld“ sofort ins Auge. Besonders faszinierend ist die Glasmalerei – bedenkt man, dass bei dieser Technik der Malprozess genau umgekehrt stattfindet, wie der am Papier.

Im Erdgeschoss befindet sich die Galerie Gugging, deren Ausstellungsreihe „curated by…“ KünstlerInnen dazu einlädt ihre eigene Ausstellung zu kuratieren. Aktuell heißt es curated by Daniel Spoerri! Seine unkonventionellen Stillleben aus allerlei Gegenständen betonen einmal mehr die fantastische Welt der Kunst. Der Weg durch die Galerie ist wie eine zauberhafte Reise – von blutroten Räumen mit gekonnt in Szene gesetzten Kunstwerken gelangt man in einen hellen Raum mit einer bemalten Wand, die gefühlt bis zum Himmel reicht… und plötzlich steht man in einem kleinen, dunklen Raum so reich an Details, dass man immer wieder einen neuen künstlerischen Schatz entdecken wird.

© Nina Leona Schwarz

WALDBADEN IN DER LOURDESGROTTE

In der Nähe des Museums, im kühlen Wienerwald, trifft man entlang des Weges auf eine riesige Felswand. Auf der Spitze erblickt man ein Kreuz und eine Marienstatute ragt majestätisch aus dem Gestein hervor, darunter eine Grotte mit liebevoll hergerichtetem Altar. Direkt nebenan fließt eine sprudelnde Waldquelle, die Körper und Geist belebt. Es ist ein himmlischer Genuss der Waldesstille an diesem zauberhaften Ort zu lauschen – ja, am liebsten würde man darin baden! Ähnlich einem Déjà-vu ist man sich bei dem Anblick der Waldgrotte auf einmal nicht mehr sicher, ob man nach wie vor in Maria Gugging oder doch vor der heiligen Lourdes Grotte in Frankreich steht – nur das ohne Eintritt und ganz ohne Massen an Touristen!

© Nina Leona Schwarz

abend

HEURIGENSCHMANKERLN BEIM KERBL AM WEINBERG

Um den erlebnisreichen Tag gebührend ausklingen zu lassen, geht es jetzt in die romantischen Weinberge von Klosterneuburg! Mit seiner atemberaubenden Aussicht auf Stift und Stadt begeistert Kerbl am Weinberg viele Feinschmecker und Weinliebhaber. Mit 92 Punkten erreichte der Heurigenbetrieb im diesjährigen Falstaff Gourmetguide sogar Platz 11 in Niederösterreich. Was gibt es schöneres, als am Abend mit einem fruchtigen Glas Weißwein und feinen Schmankerln aus der Region, den Tag Revue passieren zu lassen und dabei dem Farbspiel des Sonnenuntergangs zuzuschauen?

© Kerbl am Weinberg
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